Kinderferienlager Karlshagen MehrZweckObjekt 14 (MZO14) LSK/ LV der NVA

MZO 14 steht für Mehrzweckobjekt 14, kaum zu glauben, ein großer Teil dieses Mehrzweckobjektes in Karlshagen auf der Insel Usedom war ein Kinderferienlager für Kinder von 9 bis 13 Jahren.

Die Armeeangehörigen und die Zivilbeschäftigten der Luftstreitkräfte/ Luftverteidigung (LSK/ LV) der Nationalen Volksarmee der DDR konnten Ihre Kinder in einen Durchgang in dieses Kinderferienlager schicken.

Jeden Sommer, seit wann eigentlich, gab es in drei Durchgängen für jeweils 800 Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 13 Jahren schöne Sommerferien in Karlshagen auf der Insel Usedom an der Ostsee.

Mein Name ist Roland Hampicke. Ich war einer der vielen Berufssoldaten der LSK/ LV, die sich über einen Einsatz im Kinderferienlager Karlshagen freuen konnten.

Nach der Lehre im Werk für Fernsehelektronik “Mechaniker für elektronische Bauelemente mit Abitur (BmA)” habe ich an der Offiziershochschulen “Franz Mehring” im Fliegeringenieurdienst auf dem Fachgebiet Flugzeug Funk- und Funkmeßausrüstung studiert.

1975 wurde ich in die III. Jagdfliegerstaffel des JG 1 “Fritz Schmenkel” vesetzt und habe dort erst als Techniker und dann als Truppführer des Trupps Funk- Funkmeßausrüstung (TF-FFMA) zusammen mit meinen Unterstellten die Flugzeuge der III. Staffel Mig-21 SPS gewartet und im Rahmen der Vorflugkontrollen auf die Übernahme durch den Flugzeugführer zum Start vorbereitet. Es herrschte der kalte Krieg, bis 1978 wurde dreimal in der Woche geflogen. Das war in jeder der Flugschicht mit 12 Stunden Arbeit verbunden. Ein Familienleben war kaum möglich und trotzdem wurde 1976 unser Sohn geboren.

1983 eröffnete sich, zum Glück für mich und meine Familie, die Möglichkeit ein Sportstudium an der Pädagogischen Hochschule “Erich Weinert” in Magdeburg zu beginnen.

Gleich am Beginn des Studiums hatte ich meinen ersten Einsatz als Sportoffizier im Ferienlager Karlshagen. Das war für mich eine große Freude aber auch Herausforderung und die Übernahme von Verantwortung für 800 Kinder an der Ostsee.

So hatte ich das Glück den gesamten Sommer des Jahres 1983 an der Ostsee zu sein und ich durfte sogar meinen eigentlich etwas zu jungen Sohn mitnehmen.

Die Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter für die Kinder, es waren immer acht Kinder in einer Gruppe, kamen aus Dresden. Es waren Studierende der PH Dresden “Karl Friedrich Wilhelm Wander”. Auch in den Arbeitsgemeinschaften konnten die Studierenden Erfahrungen im Umgang mit den Kindern sammeln. Für viele Studierende der PH war das die erste Probe für die Berufswahl.

Natürlich stand die Beschäftigung mit den Kindern, die Freude an Sport und Spiel und die Gestaltung schöner Ferien und vieler Erlebnisse im Vordergrund, aber auch manches Freizeiterlebnis war möglich.

Die Anregung diesen Blog in das Netz zu stellen kam für mich in 2013 als mir meine damalige Frau, die auch einen Durchgang im Sommer 1983 mitgemacht hat, das kleine Büchlein von Gerd Tiedke “Sommerflug zur Insel” geschenkt hat. Gerd Tiedke nennt sein Buch “Späte Hommage an eines der größten Kinderferienlager der DDR auf Usedom”. Gerd Tiedke schreibt, dass er im Jahr 1984 als Student der PH-Dresden sein Praktikum im MZO14 Kinderferienlager “German Titow” in Karlshagen gemacht hat und danach auch oft als Arbeitsgemeinschaftsleiter dort war.

Ich habe Gerd Tiedke leider nicht kennengelernt, da ich doch ein Jahr vorher in Karlshagen war.

Aber ich hatte viele Freunde unter den Rettungsschwimmern und auch Freundinnen unter den fast 100 Studentinnen der PH Dresden.

Ich würde mich freuen, wenn der eine oder die andere an diese Zeit denkt und vielleicht sogar einen Beitrag für diesen Blog hat.

 

9 Gedanken zu „Kinderferienlager Karlshagen MehrZweckObjekt 14 (MZO14) LSK/ LV der NVA

  1. Lothar Schmidt

    Ich war dort 1974, verantwortlich für die Foto AG, PH Dresden waren die Betreuer, habe noch einige Bilder

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    1. Profilbild von SportlerSportler Artikelautor

      die Foto AG war bei den Kindern sehr beliebt.
      Manche Familie hat nach dem Ferienlager die Chemikalien besorgen müssen.
      Wenn Du noch Bilder hast, stelle sie doch hier ein, oder sende sie per Mail, an mich für den Blog.

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    2. Lemke, Detlef

      Hallo,
      ich war bestimmt 2, 3 mal dort, habe letztes Jahr danach gesucht und lediglich jemanden getroffen, der es mit abgerissen hat.
      Bilder habe ich kein einziges, leider.
      MfG Lemke

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  2. Jessica Riegler

    Ich war als Kind 2x im Ferienlager. Es war eine Schöne Zeit, endlich mal ohne Eltern wegfahren. Ich habe sogar noch Fotos. Wir sind mit dem Bus aus Bad Saarow nach Berlin gefahren, um dann mit dem Zug weiterzufahren. Beim zweiten Besuch hatte ich mir zu Beginn den Zeh verstaucht. Die medizinische Versorgung war super. Den Fühsport fand ich nicht so toll. Unsere Gruppe hatte sich zum Ende ein Programm ausgedacht, welches wir dann gezeigt hatten, wie jede Gruppe.

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    1. Profilbild von SportlerSportler Artikelautor

      Liebe Jessica,
      Danke für Deinen Beitrag.
      Wenn Du noch Fotos hast, würde ich diese gerne in den Blog stellen, oder Du fügst sie selber ein.
      Vielleicht kann dadurch eine kleine Sammlung starten. Es war doch wirklich eine schöne Zeit.
      Herzliche Grüße
      Roland

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  3. Waltraud Hamm (damals Ludwig)

    Ich war eine der Studentinnen der PH in Dresden und 1984 zum Praktikum dort. Ich fand das Ferienlager wirklich ganz großartig…die Anlage selbst, der wunderschöne Strand, die vielen Möglichkeiten für die Kinder von Fotographie bis Kartfahren (damals wirklich selten und außergewöhnlich). Und meine kleine Mädchengruppe war wirklich süß!
    Ich war vorher schon in vielen anderen Ferienlagern, als Kind und auch als Betreuer und keines der vorher besuchten Einrichtungen konnte da mithalten. Wahrscheinlich auch Dank NVA-Finanzierung.
    Außerdem wäre interessant, zu erfahren, ob von den vielen Bekanntschaften, die dort zwischen Soldaten oder Uffz.en und Studentinnen geschlossen worden sind, noch ein paar existieren :).
    Ich war vor ein paar Jahren mal wieder dort auf Spurensuche, habe allerdings (für mich persönlich bissl traurig) nicht mehr viel wiedererkannt. Der Ort ist aber unabhängig von meiner Nostalgiesuche inzwischen ein wirklich schöner Kurort, in dem man gern mal Urlaub machen kann :). Ich glaube (wenn ich dort richtig war), statt des Ferienlagers gibt es an der Stelle jetzt ein Feriendorf mit modernen gemütlichen Ferienhäuschen (größer und viel schöner als die kleinen Finnenhütten ;)).

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  4. Olaf junker

    Ich war 1971 während der Schulferien als AG Leiter ” Junger Sanitäter ” im Lager.
    Hab dort meine damalige Frau kennengelernt!!

    Das war eine Zeit die ich nicht vermissen möchte. Wenn ich heute sehe wer sich heute einen Ferienlager leisten kann – kein Kommentar es ist nur traurig!!
    Ich würde mich freuen wenn es noch ehemalige gibt die sich melden – wer kennt noch die Namen der beiden Offiziere die das Lager 1971 geleitet haben. ( OSL und Major )

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  5. Ronny Löhnert

    Hallo
    Ich war als Kind im Zeitraum von 1980- 1983 dreimal in diesem schönen Ferienlager. Am schönsten war die Ag- Kawagen mit den kleinen Selbstgebauten Gokarts mit s50 Motoren die die Soldaten betreuten.
    Aber auch die Ag- Funken und Meerestiere waren sehr schön! Es gibt so viele schöne Erinnerungen an Karlshafen.. die großen Teekessel mit dem lecker Tee oder das Kino draußen ( da habe ich das erste mal das fliegende Auge gesehen) oder einfach nur die einfachen schönen Strohgedeckten Hütten..
    Meine Frage ist aber eigentlich, : Gibt es Bilder oder sogar die Antwort auf den Verbleib dieser genialen Gokarts?? Ich wäre sowas von interessiert die Nachzubauen oder sogar zu erwerben!!
    Lg Ronny

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  6. Manfred Kanetzki

    Eine Info zum MZO Karlshagen
    Seit einigen Tagen gibt es auf der Internetseite des Heimatvereines Karlshagen (www.heimatverein-karlshagen.de) einen Beitrag zum MZO.
    M. Kanetzki

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